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Über mich

Ausschnitt mit der Erwähnung meiner in der Rede von Parlamentspräsidentin Klöckner zum Gedenktag der Befreiung von Auschwitz am 29.1 2026:

Beim Gedanken an den Holocaust kannten in der Vergangenheit viele ganz persönlich die quälende Ambivalenz, die Widersprüche in der eigenen Familie. Wie ist es, den Vater oder Großvater zu lieben - und zugleich zu ahnen, dass er Schuld auf sich geladen hat?

Der Journalist Niklas Frank hat sich auf tiefste Weise damit auseinandergesetzt. Sein Vater war Hans Frank, Generalgouverneur im besetzten Polen. Er wurde wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Nürnberger Prozess zum Tode verurteilt. Die Schuld des Vaters hat bis heute tiefe Spuren auch in seiner Familie hinterlassen.

Lieber Niklas Frank, niemand hat sich so unbarmherzig mit der eigenen Herkunft auseinandergesetzt wie Sie. Ich begrüße Sie sehr herzlich auf der Tribüne unseres Deutschen Bundestages!

(Beifall)

 

Ich, Niklas Frank, Greis, doch noch immer ein wütender demokratischer Querulant und Autor!

Meine wichtigsten Daten: geboren am 9. März 1939, gestorben am 14. April 2032. Ich bin Sohn des in Nürnberg hingerichteten Massenmörders Dr. Hans Frank. Der war als Hitlers Stellvertreter Generalgouverneur im von uns Deutschen überfallenen Polen und somit politisch verantwortlich für jedes Verbrechen.
Ich bin grundsätzlich gegen die Todesstrafe, doch meinem Vater gönne ich sie. Schon aus Eigennutz: Wie hätte er mir mit seiner mörderischen Ideologie das Hirn vergiftet! Nach einem miserablen Abitur (Durchschnittsnote 4,4) trieb ich mich ab 1959 acht Jahre auf der Münchener Universität herum, machte erfolgreich keinen Abschluss, weder in Germanistik, noch in Soziologie.
Typisch für einen Halbgebildeten mit Lust am Schreiben wurde ich Journalist, arbeitete als Redakteur und Chefredakteur zunächst bei der Herrenzeitschrift „ER“, legte, gleichfalls als Chefredakteur, mit dem „Freizeitjournal“ des Klambt Verlags eine Mordspleite hin, war dann drei Jahre lang Kulturchef beim deutschen „Playboy“, bevor ich für weitere drei Jahre bei der Hamburger „Welt am Sonntag“ als Serienchef werkelte. Die Zeitung sollte laut Chefredakteur Claus Jacobi liberal werden, was nicht gelang oder doch nicht gewollt war. Also ging ich zum „Stern“, zunächst als Literaturredakteur, dann als Kulturressortleiter, wurde indes nach dem Riesenwirbel um mein Buch „Der Vater Eine Abrechnung“ , das der „Stern“ zu einem Fünftel als Serie in Mai und Juni 1987 abdruckte, von Chefredaktion, Verlagsleitung und den ob meiner gnadenlosen Abrechnung peinlichst berührten Gütersloher Bertelsmann-Oberbossen abgesetzt und zum Reporter ernannt. Durch diesen Posten lernte ich die Welt kennen, vor allem die Kriegsgebiete. Ich sah jede Menge Leichen und Gefolterte, wurde überfallen und beschossen und freute mich jedes Mal, wenn ich wieder in Deutschland landete - in der besten Demokratie, in der wir je lebten.
Übrigens: Die oben genannten Jobs bekam ich nie durch Leistung, sondern immer nur, weil ich durch Zufall jemanden kannte, der mich empfohlen hat.
„Der Vater Eine Abrechnung“, machte mich berüchtigt, meine anderen Bücher über Nazi-Themen interessieren aufgeweckte Leserinnen und Leser weiterhin sehr. Während „Der Vater“ und „Meine deutsche Mutter“ noch im C. Bertelsmann erschienen sind, publizierte der Bonner Dietz Verlag dankenswerter Weise meine nachfolgenden Bücher. Nachdem mich die Bertelsmänner in München rausgeschmissen hatten, bekam ich später auch das Copyright zurück, so dass ich „Vater“ und „Mutter“ in meinem extra dafür gegründeten „Eigenverlag Brigitte Frank unsel. Erben“ veröffentlichen konnte.
Dort erscheinen auch meine Flops! Die schrieb ich mit größter Freude, um mich vom schweren Erbe unserer Nation zu erholen, zum Beispiel „Dreizehn Liebesbriefe“. Oder das Kinderbuch für jedes Alter „Als Anna morgen mit dem dreibeinigen Zwerg auf seinem Regenbogen davon flog“. Auch legte ich (mit noch mehr spannenden Illustrationen!) meine Liebeserklärung an Deutschland wieder auf: „Raubritter!“. Das Buch war auch erst im C. Bertelsmann Verlag publiziert worden.
Ich wollte immer über Raubritter schreiben, denn am Schliersee wuchs ich unter den Ruinen einer Raubritterburg auf. Ob Hohenwaldeck wirklich eine war, müssten Sie selbst eruieren.
Dass ich Ihnen besonders meine Flops empfehle, liegt an meinem Unglauben, dass die Deutschen keinen Humor hätten! Denn den finden Sie in meinen Flops zuhauf! Der Sohn eines Massenmörders soll Humor haben? Aber natürlich! Das Leben ist doch stärker!